3. Advent: Gaudete, rosa Kerze – Bedeutung & Bräuche

17. Mai 2026

Drei brennende Kerzen auf einem Adventskranz aus Tannengrün mit lila Schleifen. Die dritte Kerze leuchtet hell.

Inhaltsverzeichnis

Der dritte Advent ist der Sonntag, an dem das Warten im Kirchenjahr seine Richtung ändert: Die Erwartung bleibt, aber sie wird heller und konkreter. Ich sehe darin einen der ehrlichsten Momente der Adventszeit, weil er nicht auf Perfektion setzt, sondern auf Vorfreude, Licht und Gemeinschaft. Genau darum geht es hier: um die geistliche Bedeutung, die wichtigsten Symbole und die Bräuche, die diesen Sonntag in Deutschland prägen.

Die wichtigsten Punkte zum dritten Advent

  • Der dritte Adventssonntag heißt in der Liturgie oft Gaudete und stellt die Freude in den Mittelpunkt.
  • Rosa kann als liturgische Farbe vorkommen; es ist ein Zeichen der Aufhellung, kein Muss.
  • Am Adventskranz wird die dritte Kerze entzündet, oft begleitet von Gebet, Liedern oder einer kurzen Andacht.
  • Im biblischen Fokus steht häufig Johannes der Täufer als Wegbereiter Jesu.
  • In Deutschland gehören Adventsmusik, Gemeindefeiern und das Friedenslicht zu den prägenden Bräuchen.

Was der dritte Advent im Kirchenjahr bedeutet

Der dritte Advent ist mehr als ein Kalenderpunkt. Im Kirchenjahr, also dem liturgischen Jahreslauf der Kirche, markiert er eine spürbare Wende: Das Warten auf Weihnachten bleibt wichtig, aber es bekommt einen anderen Ton. Der Advent dauert je nach Kalender zwischen 22 und 28 Tagen; mitten darin steht dieser Sonntag wie ein bewusst gesetzter Atemzug.

Für mich ist genau das sein Wert: Der dritte Advent sagt nicht, dass alles schon erledigt ist, sondern dass die Richtung stimmt. Die Vorbereitungszeit ist noch nicht vorbei, doch sie trägt schon die Nähe des Festes in sich. Wer das ernst nimmt, versteht Advent nicht als Hektik vor Weihnachten, sondern als geistliche Bewegung hin zum Kommen Christi. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt zu den Zeichen, mit denen die Kirche diese Freude sichtbar macht.

Gaudete bringt die Freude ins Warten

Der dritte Adventssonntag trägt den Namen Gaudete, lateinisch für „Freut euch“. Gemeint ist keine laute Party-Stimmung, sondern eine ruhige, erwartungsvolle Freude. Sie wirkt fast wie eine Aufhellung mitten in einer sonst eher nüchternen Adventszeit. In der Liturgie zeigt sich das auch an der Farbe: Statt des dunkleren Violetts kann Rosa verwendet werden, also ein helleres Violett, das die Nähe des Weihnachtsfestes sichtbar macht.

Ein wichtiger Begriff ist dabei der Introitus, der Eröffnungsgesang der Messe. Er setzt den Ton für den ganzen Gottesdienst. Am dritten Advent ist dieser Ton eben nicht streng, sondern froh und zuversichtlich. Das ist kein Bruch mit der Besinnung, sondern ihre Verfeinerung: Freude ohne Oberflächlichkeit. Genau diese Spannung macht den Sonntag so interessant, und sie spiegelt sich sehr deutlich in den sichtbaren Zeichen des Advents.

Drei brennende Kerzen auf einem Adventskranz aus Tannengrün mit lila Schleifen. Der dritte Advent ist da!

Symbole, Farben und der Adventskranz

Wenn ich an den dritten Advent denke, denke ich zuerst an Licht. Das ist kein Zufall, denn die wichtigsten Symbole dieser Zeit arbeiten fast immer mit derselben Sprache: Kerzen, Kränze, Grün und Farbe. Der Adventskranz geht auf Johann Hinrich Wichern zurück, der 1839 einen großen Leuchter für Kinder einführte, damit sie die Tage bis Weihnachten zählen konnten. Aus dieser Idee wurde der heutige Kranz mit vier Kerzen.

Symbol Wofür es steht Wie es in Deutschland oft vorkommt
Adventskranz Das Fortschreiten der Adventszeit und das Warten auf Weihnachten Vier Kerzen, die an den Sonntagen nacheinander entzündet werden
Rosa Kerze oder Gewand Freude, Aufhellung, Hoffnung Vor allem in katholischen Kirchen und in einigen Familien; nicht überall üblich
Immergrüne Zweige Leben mitten im Winter, Beständigkeit, Hoffnung Meist Tannengrün, manchmal ergänzt durch Schleifen oder Naturmaterialien
Kerzenlicht Christus als Licht, Frieden und Trost Beim Gottesdienst, bei Hausandachten oder am Familientisch

Wichtig ist die praktische Einordnung: Nicht jede Gemeinde und nicht jedes Zuhause verwendet dieselben Farben. Manche Kränze bleiben bewusst klassisch in Violett oder Rot, andere greifen die liturgische Farbe Rosa auf. Beides ist möglich, solange die Symbolik stimmt. Der Adventskalender zählt die Tage, der Adventskranz die Sonntage - und genau darin liegt seine Stärke. So klar die Zeichen sind, so klar ist auch der biblische Kern dieses Sonntags.

Welche Bibeltexte am dritten Advent im Mittelpunkt stehen

Am dritten Advent rückt in vielen Gottesdiensten Johannes der Täufer ins Zentrum. Je nach Lesejahr, also dem dreijährigen Zyklus der Sonntagslesungen, variiert der konkrete Text; die Botschaft bleibt aber ähnlich. Johannes steht für Wegbereitung, Klarheit und Umkehr. Er zeigt nicht auf sich selbst, sondern auf den, der kommt.

Das ist theologisch sehr stark, weil es den dritten Advent vor einem Missverständnis schützt: Freude bedeutet hier nicht, dass alles locker und fertig wäre. Freude bedeutet, dass der Weg offen ist. Johannes erinnert daran, dass Erwartung eine Haltung ist, kein bloßes Gefühl. Er macht Advent ehrlich und zugleich hoffnungsvoll. Aus dieser biblischen Linie entstehen auch die Bräuche, die den Sonntag in Gemeinden und Familien prägen.

Bräuche in deutschen Gemeinden und Familien

In Deutschland ist der dritte Advent sowohl kirchlich als auch kulturell reich gefüllt. In Gemeinden stehen häufig Gottesdienste, Adventslieder und musikalische Formen im Vordergrund. Musik ist dabei nicht bloß Schmuck, sondern Auslegung: Wenn Chöre, Bläser oder Orgeln adventliche Stücke spielen, wird die Freude des Sonntags hörbar. Das passt gut zu einem Fest, das nicht laut sein muss, um tief zu wirken.

  • Adventsmusik bringt die Freude des Sonntags in eine hörbare Form und schafft Raum für Sammlung.
  • Friedenslicht wird vielerorts in diesen Tagen verteilt oder weitergegeben; die Idee dahinter ist einfach und stark: Frieden soll geteilt werden, nicht nur besprochen.
  • Adventsbasare und Gemeindetreffen verbinden Vorbereitung mit Begegnung und machen die vorweihnachtliche Zeit sozial greifbar.
  • Hausandachten oder ein kurzes gemeinsames Gebet am Adventskranz halten die religiöse Mitte des Sonntags lebendig.

Gerade beim Friedenslicht gefällt mir die Symbolik: Eine kleine Flamme wird weitergereicht und verbindet Menschen, ohne groß zu reden. In vielen Familien ist der dritte Advent außerdem der Moment, in dem die dritte Kerze entzündet wird - manchmal rosa, manchmal nicht. Entscheidend ist nicht die Exaktheit der Deko, sondern die Haltung dahinter: Licht teilen, Ruhe zulassen, Gemeinschaft pflegen. Daraus ergibt sich fast von selbst die Frage, wie man diesen Sonntag heute sinnvoll gestalten kann.

Was dieser Sonntag im Alltag verändern kann

Ich halte wenig von überladenen Adventsprogrammen. Der dritte Advent gewinnt eher durch wenige, tragfähige Gesten als durch perfekte Planung. Wer ihn bewusst gestalten will, braucht keine große Inszenierung, sondern Klarheit. Drei Dinge reichen oft schon, um den Unterschied zu merken:

  • Eine Kerze am Adventskranz entzünden und dazu einen kurzen Bibeltext lesen.
  • Ein Lied singen oder hören, das nicht nur Stimmung macht, sondern Hoffnung trägt.
  • Einen kleinen Schritt der Versöhnung oder der Nächstenliebe setzen, zum Beispiel anrufen, besuchen oder etwas teilen.

Das Entscheidende ist die Balance: Der dritte Advent darf Freude haben, ohne hektisch zu werden. Er darf still sein, ohne leer zu wirken. Und er darf traditionell sein, ohne starr zu erscheinen. Genau deshalb ist er so wertvoll für Gemeinden wie für Familien: Er ordnet den Blick neu und macht deutlich, dass Weihnachten nicht nur ein Termin ist, sondern ein Ereignis, auf das man sich innerlich vorbereiten kann. Wer den Sonntag so lebt, nimmt mehr mit in die letzte Adventswoche als nur ein weiteres Kerzchen.

Warum dieser Sonntag die Adventszeit trägt

Der dritte Advent hält die Adventszeit zusammen, weil er Spannung und Trost verbindet. Er nimmt das Warten ernst, aber er lässt es nicht kalt werden. Mit Gaudete, der rosa Farbe, dem Adventskranz und dem Zeugnis des Johannes entsteht ein Bild, das bis heute trägt: Freude wächst nicht erst nach dem Warten, sondern mitten darin. Genau das macht diesen Sonntag für christliche Kultur so stark und für den Alltag so brauchbar.

Wenn ich ihn in einem Satz zusammenfasse, dann so: Der dritte Advent ist der Moment, in dem Hoffnung sichtbar wird, ohne schon alles zu vollenden. Wer ihn bewusst feiert, erlebt Advent nicht als Pflichtprogramm, sondern als Raum für Licht, Ruhe und erwartungsvolle Freude.

Häufig gestellte Fragen

Der dritte Advent, oft "Gaudete" genannt, markiert eine Wende im Kirchenjahr hin zur Freude. Er steht für die Aufhellung des Wartens auf Weihnachten, symbolisiert durch die Entzündung der dritten Kerze am Adventskranz und manchmal die liturgische Farbe Rosa.

"Gaudete" ist Lateinisch und bedeutet "Freut euch". Dieser Name leitet sich vom Introitus (Eröffnungsgesang) der Messe ab, der zur Freude auf das nahende Weihnachtsfest aufruft. Es ist eine erwartungsvolle, aber ruhige Freude.

Traditionell kann die dritte Adventskerze rosa sein. Dies ist ein Zeichen der Freude und der Aufhellung im Vergleich zum Violett der anderen Adventssonntage. Es ist jedoch keine Pflicht, viele Kränze verwenden auch vier violette oder rote Kerzen.

In vielen Gottesdiensten steht Johannes der Täufer im Mittelpunkt der biblischen Texte. Er wird als Wegbereiter Jesu dargestellt, der auf das Kommen des Herrn hinweist und zur Umkehr aufruft. Seine Botschaft betont die Ernsthaftigkeit und Hoffnung der Erwartung.

Typische Bräuche sind das Entzünden der dritten Kerze am Adventskranz, Adventsmusik in Gottesdiensten, das Weiterreichen des Friedenslichts und Gemeindetreffen. Viele Familien nutzen den Sonntag auch für Hausandachten und besinnliche Stunden.

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Volker Lorenz

Volker Lorenz

Mein Name ist Volker Lorenz, und ich bringe 15 Jahre Erfahrung im Bereich christliche Kultur, Glaube und Gemeinschaft mit. Schon früh habe ich eine tiefe Faszination für die Vielfalt des Glaubens und die Art und Weise entwickelt, wie Gemeinschaften zusammenkommen, um ihren Glauben zu leben. Diese Themen begleiten mich nicht nur in meinem persönlichen Leben, sondern auch in meiner schriftstellerischen Arbeit, wo ich versuche, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und aktuelle Entwicklungen in der christlichen Gemeinschaft zu beleuchten. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, relevante Informationen klar und präzise zu präsentieren. Ich überprüfe stets meine Quellen und vergleiche verschiedene Perspektiven, um sicherzustellen, dass meine Leser gut informiert sind. Es ist mir wichtig, dass die Inhalte nicht nur nützlich, sondern auch nachvollziehbar und aktuell sind. Durch meine Arbeit möchte ich dazu beitragen, den Dialog über Glauben und Gemeinschaft zu fördern und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Chancen in diesem Bereich zu schaffen.

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