Apostolisches Glaubensbekenntnis - Text und Bedeutung

21. September 2026

Ein silbernes Kreuz liegt neben dem Text "Glaubensbekenntnis".

Inhaltsverzeichnis

Beim gemeinsamen Sprechen in der Kirche wirkt ein alter Text oft vertraut und zugleich erstaunlich tief. Das Apostolische Glaubensbekenntnis fasst die Grundlinien des christlichen Glaubens zusammen, erklärt den Weg von Gott über Jesus Christus bis zum Heiligen Geist und gibt auch persönlich Halt. Hier findest du den vollständigen Wortlaut, die Bedeutung der einzelnen Aussagen, Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Praxis sowie eine einfache Möglichkeit, das Bekenntnis als Gebet zu verwenden.

Die wichtigsten Orientierungspunkte auf einen Blick

  • Drei Artikel entfalten den Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist.
  • Der Text geht auf frühchristliche Taufbekenntnisse zurück und wurde nicht direkt von den Aposteln verfasst.
  • Im evangelischen Gottesdienst wird das Apostolikum häufig sonntags gemeinsam gesprochen.
  • Die Aussagen über Kreuzigung, Auferstehung, Vergebung und ewiges Leben bilden den Kern christlicher Hoffnung.
  • Als persönliches Gebet hilft der Text, den eigenen Glauben auch in Zweifel und Krisen auszusprechen.

Der apostolische Glaubensbekenntnis in deutscher Sprache, mit nummerierten Artikeln, die die göttliche Schöpfung und Erlösung beschreiben.

Der vollständige Text und sein Aufbau

Die folgende Fassung entspricht dem im deutschen evangelischen Raum verbreiteten Wortlaut. Je nach Konfession und Ausgabe gibt es kleine sprachliche Unterschiede, der inhaltliche Kern bleibt derselbe.

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Der Name „apostolisch“ bedeutet nicht, dass die zwölf Apostel den Text gemeinsam geschrieben hätten. Historisch geht er auf ein frühchristliches Taufbekenntnis zurück, das sich aus älteren Glaubensformeln entwickelte. Die Bezeichnung verweist vielmehr auf die apostolische Überlieferung, also auf die Verbindung zum Glauben der ersten christlichen Gemeinden.

Was die drei Artikel wirklich aussagen

Das Bekenntnis ist übersichtlich aufgebaut. Es folgt der trinitarischen Struktur des christlichen Glaubens und spricht nacheinander von Schöpfung, Erlösung und neuer Gemeinschaft.

Artikel Zentrales Thema Bedeutung für den Glauben
Erster Artikel Gott, der Vater und Schöpfer Die Welt und das eigene Leben sind nicht wertlos oder zufällig, sondern stehen unter Gottes schöpferischer Zuwendung.
Zweiter Artikel Jesus Christus Gott begegnet den Menschen in Jesus, seinem Leben, seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung.
Dritter Artikel Heiliger Geist und Kirche Glaube wird in einer Gemeinschaft gelebt und verbindet sich mit Vergebung, Auferstehung und Hoffnung.

„Ich glaube an Gott“

Die Formulierung meint mehr als das Für-wahr-Halten einer religiösen Aussage. Wer sagt „Ich glaube an Gott“, spricht von Vertrauen, Beziehung und Orientierung. Gerade der Zusatz „Schöpfer des Himmels und der Erde“ öffnet den Blick über die eigenen Sorgen hinaus, ohne die Wirklichkeit des Alltags kleinzureden.

„Und an Jesus Christus“

Der zweite Teil erzählt in sehr konzentrierter Form die Geschichte Jesu. Er verbindet seine Geburt, sein Leiden unter Pontius Pilatus, seinen Tod und seine Auferstehung. Für mich liegt die besondere Stärke dieses Abschnitts darin, dass christlicher Glaube nicht bei allgemeinen Ideen stehen bleibt, sondern sich an einer konkreten Person und ihrem Weg durch Leid und Tod orientiert.

„Ich glaube an den Heiligen Geist“

Der dritte Artikel führt vom persönlichen Glauben in die Gemeinschaft. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ meint nicht nur besonders vorbildliche Menschen, sondern alle, die zu Christus gehören. Die Kirche wird dabei nicht als fehlerlose Institution beschrieben, sondern als Ort, an dem Glaube geteilt, Vergebung zugesprochen und Hoffnung weitergegeben wird.

Warum das Bekenntnis im Gottesdienst gesprochen wird

Im Gottesdienst antwortet die Gemeinde mit dem Glaubensbekenntnis auf die Lesung und die Predigt. Es ist damit kein Vortrag des Pfarrers, sondern die gemeinsame Antwort der ganzen Gemeinde. Auch wer gerade wenig Worte findet, kann sich in diese lange Tradition hineinstellen und den Glauben zunächst mit anderen zusammen aussprechen.

Bei Taufen spielt das Apostolikum eine besondere Rolle. Eltern, Patinnen und Paten sowie die Gemeinde bekennen stellvertretend oder gemeinsam den Glauben, in den das Kind hineinwächst. Bei einer Erwachsenentaufe spricht die getaufte Person das Bekenntnis selbst. Entscheidend ist dabei nicht das fehlerfreie Aufsagen, sondern die bewusste Zugehörigkeit zu Christus.

Zwischen den Konfessionen gibt es Unterschiede in der liturgischen Verwendung. In evangelischen Gottesdiensten ist das Apostolikum besonders verbreitet. In katholischen Messfeiern wird an Sonn- und Feiertagen häufig das längere Nizänische Glaubensbekenntnis verwendet, während das Apostolikum unter anderem bei Taufen, Firmungen oder Gottesdiensten mit besonderem Taufbezug vorkommt.

Situation Typische Verwendung
Evangelischer Sonntagsgottesdienst Häufig das Apostolikum als gemeinsames Bekenntnis
Katholische Messe an Sonn- und Feiertagen Oft das Nizänische Glaubensbekenntnis
Taufe und Taufvorbereitung Das Apostolikum als kompakte Zusammenfassung des christlichen Glaubens
Persönliche Andacht Langsames Lesen, Beten und Nachdenken über einzelne Aussagen

Wie ich den Text als persönliches Gebet nutze

Das Bekenntnis muss nicht hastig gesprochen werden. In einer persönlichen Gebetszeit kann schon ein einziger Satz genügen. Ich lese zum Beispiel „Ich glaube an Gott, den Vater“ und frage mich, wo ich heute Vertrauen statt Kontrolle brauche. Danach lasse ich den Satz kurz stehen, ohne sofort eine perfekte Antwort finden zu müssen.

  1. Lies nur einen Abschnitt, etwa den Satz über Jesus Christus.
  2. Markiere ein Wort, das dich berührt oder irritiert.
  3. Sprich dazu einen eigenen kurzen Satz, zum Beispiel „Gott, hilf mir, diesem Gedanken zu vertrauen“.
  4. Bleibe eine Minute in der Stille.
  5. Schließe mit „Amen“ oder einem persönlichen Dank.

Wer einen stärker meditativen Zugang sucht, kann den Text mit anderen Gebeten verbinden, etwa mit dem Gebet „Komm und sieh“. Das ist besonders hilfreich, wenn der Glaube nicht nur erklärt, sondern als Einladung zu einer eigenen Begegnung mit Christus verstanden werden soll.

Auch Zweifel haben in dieser Gebetsform Platz. „Ich glaube“ kann bedeuten, dass jemand fest vertraut. Es kann aber ebenso ein vorsichtiger Schritt sein, der trotz offener Fragen gegangen wird. Das Bekenntnis zwingt niemanden dazu, innerlich stärker zu wirken, als er gerade ist.

Schwierige Aussagen verständlich gelesen

„Geboren von der Jungfrau Maria“

Diese Aussage gehört zur christlichen Lehre von Jesu besonderer Herkunft. Sie will vor allem bekennen, dass in Jesus Gottes eigener Anfang mit der Welt sichtbar wird. Wer mit diesem Satz Schwierigkeiten hat, muss sie nicht überspielen. Eine ehrliche Auseinandersetzung ist geistlich sinnvoller als ein bloßes Nachsprechen ohne Verständnis.

„Hinabgestiegen in das Reich des Todes“

Der Satz beschreibt, dass Jesu Weg wirklich durch den Tod hindurchführt. Er meint nicht, dass Jesus nur scheinbar gestorben wäre. Gleichzeitig wird damit ausgedrückt, dass kein Ort menschlicher Verlassenheit außerhalb von Gottes Reichweite liegt.

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„Auferstehung der Toten“

Christliche Auferstehungshoffnung bedeutet nicht einfach eine Verlängerung des jetzigen Lebens. Sie spricht von Gottes neuer Wirklichkeit und von der Hoffnung, dass der Mensch mit seiner ganzen Geschichte bei Gott aufgehoben ist. Gerade in Trauer kann dieser Satz trösten, ohne den Schmerz vorschnell wegzuerklären.

Das gilt auch in Zeiten körperlicher oder seelischer Belastung. Wer nach einer glaubwürdigen Verbindung von Gebet, Trost und Alltag sucht, findet Anregungen zum Thema Kraft bei Krankheit. Das Bekenntnis ersetzt dabei keine medizinische oder seelsorgliche Hilfe, kann aber eine Sprache für Hoffnung geben.

Wenn vertraute Worte wieder persönlich werden

Das Apostolikum ist weder ein Test für religiöses Wissen noch eine magische Formel. Seine Kraft entsteht dort, wo die alten Sätze mit dem eigenen Leben verbunden werden: mit Dankbarkeit, Schuld, Angst, Hoffnung und der Frage, worauf ich mich wirklich verlassen kann.

Manchmal reicht es, einen einzigen Satz langsam zu sprechen. Nicht jeder Zweifel muss sofort verschwinden. Schon der kleine Schritt, den Glauben ehrlich auszusprechen, kann an einem schweren Tag zu einer Form von innerer Sammlung und neuer Hoffnung werden.

Häufig gestellte Fragen

Der Name verweist auf die apostolische Überlieferung und die Verbindung zum Glauben der ersten christlichen Gemeinden. Historisch geht der Text auf ein frühchristliches Taufbekenntnis zurück, das sich aus älteren Glaubensformeln entwickelte.

Der erste Artikel handelt von Gott als Vater und Schöpfer, der zweite von Jesus Christus, seinem Leben, Leiden, Tod und seiner Auferstehung. Der dritte Artikel spricht vom Heiligen Geist, der Kirche, der Gemeinschaft der Heiligen, der Vergebung, der Auferstehung und dem ewigen Leben.

Im evangelischen Sonntagsgottesdienst wird das Apostolikum häufig gemeinsam gesprochen. In katholischen Messfeiern an Sonn- und Feiertagen wird dagegen oft das längere Nizänische Glaubensbekenntnis verwendet; das Apostolikum kommt unter anderem bei Taufen, Firmungen und Gottesdiensten mit besonderem Taufbezug vor.

Lies zunächst nur einen Abschnitt und markiere ein Wort, das dich berührt oder irritiert. Sprich dazu einen eigenen kurzen Satz, bleibe eine Minute in der Stille und schließe mit „Amen“ oder einem persönlichen Dank.

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Volker Lorenz

Volker Lorenz

Mein Name ist Volker Lorenz, und ich bringe 15 Jahre Erfahrung im Bereich christliche Kultur, Glaube und Gemeinschaft mit. Schon früh habe ich eine tiefe Faszination für die Vielfalt des Glaubens und die Art und Weise entwickelt, wie Gemeinschaften zusammenkommen, um ihren Glauben zu leben. Diese Themen begleiten mich nicht nur in meinem persönlichen Leben, sondern auch in meiner schriftstellerischen Arbeit, wo ich versuche, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und aktuelle Entwicklungen in der christlichen Gemeinschaft zu beleuchten. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, relevante Informationen klar und präzise zu präsentieren. Ich überprüfe stets meine Quellen und vergleiche verschiedene Perspektiven, um sicherzustellen, dass meine Leser gut informiert sind. Es ist mir wichtig, dass die Inhalte nicht nur nützlich, sondern auch nachvollziehbar und aktuell sind. Durch meine Arbeit möchte ich dazu beitragen, den Dialog über Glauben und Gemeinschaft zu fördern und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Chancen in diesem Bereich zu schaffen.

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