Was fastet man in der Fastenzeit? Regeln und Ideen

23. Mai 2026

Ein Schokoriegel mit der Aufschrift "#FASTEN Riegel" – eine humorvolle Frage, was man in der Fastenzeit isst.

Inhaltsverzeichnis

Viele Menschen verbinden die Fastenzeit zuerst mit dem Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten. Tatsächlich geht es um mehr: Ich zeige, was Christen in Deutschland konkret fasten, worin sich katholische und evangelische Praxis unterscheiden und welche Bräuche, Symbole und alltagstauglichen Formen den Weg bis Ostern begleiten.

Die wichtigsten Regeln und Ideen auf einen Blick

  • Aschermittwoch und Karfreitag sind für katholische Erwachsene die besonderen Fast- und Abstinenztage.
  • Fleischverzicht ist traditionell, Fisch gilt dabei grundsätzlich nicht als Fleischspeise.
  • Evangelische Christen folgen meist keiner einheitlichen Speisevorschrift, sondern wählen einen persönlichen Verzicht.
  • Gefastet werden kann auch bei Alkohol, Medien, Konsum, Streit oder ständiger Erreichbarkeit.
  • Der Sinn liegt nicht in Selbstoptimierung, sondern in Gebet, Besinnung, Nächstenliebe und innerer Erneuerung.

Priester spendet Gläubigen Asche auf die Stirn. Dies erinnert daran, was fastet man in der Fastenzeit: Verzicht und Besinnung.

Was fastet man in der Fastenzeit konkret?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt nicht nur eine einzige Form des Fastens. Klassisch verzichten Christen auf bestimmte Speisen und Getränke, besonders auf Fleisch, Alkohol oder üppige Mahlzeiten. Heute kann der Verzicht ebenso gut das Smartphone, Online-Shopping, Fernsehen oder eine andere Gewohnheit betreffen, die im Alltag zu viel Raum einnimmt.

In der katholischen Kirche sind Aschermittwoch und Karfreitag die strengsten Fasttage. Erwachsene Katholiken sollen an diesen Tagen nur eine sättigende Mahlzeit zu sich nehmen. Kleine Stärkungen sind möglich, es geht aber ausdrücklich nicht um ein gewöhnliches Drei-Gänge-Menü mit anschließendem Naschen.

Zusätzlich gilt die Abstinenz, also der Verzicht auf Fleischspeisen. Das Abstinenzgebot betrifft grundsätzlich Gläubige ab dem vollendeten 14. Lebensjahr; das Fastengebot gilt für Volljährige bis zum Beginn des 60. Lebensjahres. Wer krank ist, schwere körperliche Arbeit leistet, schwanger ist oder aus anderen wichtigen Gründen nicht fasten kann, sollte sich nicht unter Druck setzen. Die kirchliche Praxis kennt solche Grenzen ausdrücklich.

Kirchliche Praxis Was bedeutet sie? Typische Beispiele
Fasten Die Menge der Nahrung wird deutlich eingeschränkt. Eine sättigende Mahlzeit an Aschermittwoch und Karfreitag
Abstinenz Auf bestimmte Speisen wird verzichtet. Kein Fleisch, häufig auch kein Alkohol
Persönlicher Verzicht Eine Gewohnheit wird bewusst unterbrochen. Weniger soziale Medien, Süßigkeiten oder Shopping
Positives Fasten Der frei gewordene Raum wird sinnvoll gefüllt. Mehr Gebet, Zeit für Familie oder Hilfe für andere

Fisch ist bei der katholischen Abstinenz traditionell erlaubt, weil sich das Verbot auf Fleisch von Landtieren bezieht. Ein Fischessen am Freitag ist deshalb kein Widerspruch zur Fastenregel, auch wenn ein üppiges Fischmenü den Gedanken des einfachen Lebens leicht verfehlen kann. Entscheidend ist nicht die raffinierte Ersatzmahlzeit, sondern die bewusste Einschränkung.

Warum die Fastenzeit 40 Tage dauert

Die Zahl 40 erinnert an biblische Zeiten der Prüfung und Vorbereitung. Besonders wichtig ist das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste. Die Kirche versteht diese Zeit deshalb als Weg, auf dem Menschen Gewohnheiten überprüfen, sich neu auf Gott ausrichten und sich auf Leiden, Tod und Auferstehung Jesu vorbereiten.

Kalendertechnisch umfasst die Fastenzeit 40 Fastentage, weil die Sonntage nicht als eigentliche Fasttage gezählt werden. In der katholischen Tradition beginnt sie am Aschermittwoch und reicht bis zum Beginn der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag. Karfreitag und Karsamstag schließen sich als Osterfasten an.

Ich halte diese Unterscheidung für hilfreich, weil sie einen verbreiteten Irrtum korrigiert. Die Fastenzeit ist keine sechswöchige Diät und auch kein Wettbewerb, wer am strengsten durchhält. Sie soll den Blick auf das Wesentliche lenken. Dazu gehören neben dem Verzicht besonders Gebet, Umkehr und tätige Nächstenliebe.

Wie evangelische Christen heute fasten

In evangelischen Kirchen gibt es keine für alle verbindliche Speiseordnung wie in der katholischen Kirche. Viele Menschen orientieren sich an der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ und entscheiden selbst, worauf sie von Aschermittwoch bis Ostern verzichten möchten.

Das kann Fleisch sein, muss es aber nicht. Manche lassen Alkohol oder Süßigkeiten weg, andere verzichten auf Nachrichten, Streaming, soziale Netzwerke oder unnötige Einkäufe. Auch ein „Fasten im Kopf“ ist möglich, etwa indem man bewusst weniger urteilt, nicht bei jedem Ärger sofort reagiert oder sich täglich Zeit für Stille nimmt.

Gerade darin liegt eine Stärke dieser offenen Form. Sie macht sichtbar, dass ein Verzicht nur dann sinnvoll ist, wenn er mit dem eigenen Leben zu tun hat. Wer ohnehin kaum Fleisch isst, gewinnt durch einen weiteren Fleischverzicht vielleicht wenig. Ein realistischer Vorsatz, der wirklich herausfordert, ist oft wertvoller als eine spektakuläre Regel, die nach vier Tagen scheitert.

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Bewährte persönliche Fastenformen

  • Genussmittel wie Alkohol, Süßigkeiten oder Softdrinks weglassen
  • Digitale Reize begrenzen, zum Beispiel jeden Abend ab 20 Uhr das Smartphone ausschalten
  • Konsum reduzieren und nur Notwendiges kaufen
  • Fleischfreie Mahlzeiten planen und neue einfache Rezepte ausprobieren
  • Negative Gewohnheiten wie Lästern, ständiges Beschweren oder impulsive Antworten beobachten
  • Mehr Zeit schenken, etwa durch Besuche, Hilfe im Haushalt oder ein Gespräch mit einem einsamen Menschen

Besonders stimmig wird der Vorsatz, wenn der Verzicht nicht nur etwas wegnimmt, sondern Raum für etwas Neues schafft. Wer eine Stunde weniger vor dem Bildschirm verbringt und diese Zeit für ein Gespräch, einen Spaziergang oder ein Gebet nutzt, erlebt die Fastenzeit nicht als bloße Einschränkung.

Die wichtigsten Bräuche und Symbole

Der bekannteste Brauch ist das Aschenkreuz am Aschermittwoch. Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen und zugleich an die Möglichkeit zur Umkehr. Sie ist kein Zeichen der Hoffnungslosigkeit, sondern markiert den Beginn eines Weges, der auf Ostern und damit auf neues Leben zuläuft.

In vielen Gottesdiensten dominiert die Farbe Violett. Sie steht für Besinnung, Buße und Vorbereitung. In der katholischen Liturgie wird während der Fastenzeit außerdem auf das feierliche „Halleluja“ verzichtet. Dadurch erhält der Osterjubel später ein deutlich stärkeres Gewicht.

Mancherorts verhüllen Fastentücher Kreuze oder Bilder im Kirchenraum. Diese schlichte Gestaltung nimmt den Augen etwas Gewohntes weg und schafft eine konzentriertere Atmosphäre. Der Brauch macht anschaulich, was Fasten im Alltag leisten kann: Weniger Ablenkung kann den Blick auf das Wesentliche schärfen.

Auch gemeinsame Gottesdienste, Passionsandachten, Kreuzwege und Fastenessen gehören zur gelebten Tradition. Ein einfaches Essen in der Gemeinde verbindet den persönlichen Verzicht mit Solidarität. Häufig werden dabei Spenden für Menschen in Not gesammelt, sodass aus einer reduzierten Mahlzeit konkrete Hilfe entstehen kann.

So gelingt ein Fastenvorsatz im Alltag

Ein guter Vorsatz braucht keine komplizierte Vorbereitung. Ich würde ihn so formulieren, dass er klar, überprüfbar und begrenzt ist. „Ich lebe bewusster“ klingt schön, hilft im Alltag aber wenig. „Ich kaufe bis Ostern keine Kleidung und spende das gesparte Geld“ ist dagegen eindeutig.

  1. Eine Sache auswählen. Entscheide dich für einen Verzicht, der zu deinen Gewohnheiten passt.
  2. Eine konkrete Regel festlegen. Bestimme, wann und wie der Verzicht gilt, etwa werktags oder täglich ab einer bestimmten Uhrzeit.
  3. Den frei werdenden Raum nutzen. Plane eine positive Alternative ein, zum Beispiel Gebet, Bewegung, Lesen oder Zeit für andere.
  4. Rückschläge einordnen. Ein Ausrutscher beendet die Fastenzeit nicht. Entscheidend ist, am nächsten Tag bewusst weiterzumachen.

Ein häufiger Fehler ist, zu viele Dinge gleichzeitig zu streichen. Wer gleichzeitig auf Zucker, Fleisch, Streaming, soziale Medien und Einkäufe verzichtet, macht aus der Fastenzeit schnell ein Strafprogramm. Ein tragfähiger Verzicht verändert mehr als fünf Verbote, die niemand dauerhaft einhält.

Beim körperlichen Fasten ist Vorsicht besonders wichtig. Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Stillende und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten Einschränkungen der Ernährung vorher medizinisch abklären. Bei einer Essstörung oder einer problematischen Beziehung zum eigenen Körper ist ein Nahrungsverzicht meist nicht die richtige Form. Dann können Gebet, Medienfasten, Konsumverzicht oder ein konkretes Werk der Nächstenliebe sinnvoller sein.

Der sinnvollste Verzicht schafft Raum für Ostern

Auf die Frage, was man in der Fastenzeit fastet, gibt es deshalb eine kirchliche und eine persönliche Antwort. Katholische Christen orientieren sich besonders an den Regeln für Aschermittwoch und Karfreitag sowie am Fleischverzicht. Evangelische Christen wählen ihren Vorsatz meist freier. Beide Wege zielen jedoch auf dasselbe: weniger Selbstverständlichkeit, mehr Aufmerksamkeit für Gott, andere Menschen und das eigene Leben.

Am Ende muss kein perfekter Fastenplan stehen. Wenn ein bewusster Verzicht zu mehr Ruhe, Dankbarkeit, Gebet oder Mitgefühl führt, hat er seinen Zweck erfüllt. Genau dadurch wird die Vorbereitung auf Ostern mehr als eine alte Gewohnheit: Sie wird zu einer persönlichen Übung in Freiheit und Hoffnung.

Häufig gestellte Fragen

Für Erwachsene gilt an beiden Tagen ein strengeres Fasten: Es ist nur eine sättigende Mahlzeit vorgesehen, kleine Stärkungen sind möglich. Zusätzlich gilt der Verzicht auf Fleisch. Das Fastengebot betrifft Volljährige bis zum Beginn des 60. Lebensjahres, das Abstinenzgebot grundsätzlich ab dem vollendeten 14. Lebensjahr.

Die traditionelle Abstinenz bezieht sich auf Fleisch von Landtieren, nicht auf Fisch. Ein Fischessen am Freitag widerspricht der Regel daher grundsätzlich nicht. Ein besonders üppiges Fischmenü kann jedoch dem Gedanken der einfachen und bewussten Einschränkung entgegenstehen.

In der katholischen Kirche gibt es konkrete Regeln für Aschermittwoch und Karfreitag sowie den traditionellen Fleischverzicht. Evangelische Christen folgen meist keiner einheitlichen Speiseordnung und wählen ihren persönlichen Verzicht selbst, etwa auf Alkohol, Süßigkeiten, Medien, Shopping oder ständiges Beschweren.

Alternativen sind Medienfasten, weniger Konsum, der Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten sowie konkrete Werke der Nächstenliebe. Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Stillende und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten Ernährungsbeschränkungen vorher medizinisch abklären. Bei einer Essstörung ist Nahrungsverzicht meist nicht die passende Form.

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fastenzeit aschermittwoch karfreitag fleischverzicht 7 wochen ohne

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Timo Henning

Timo Henning

Mein Name ist Timo Henning und ich bringe über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen christliche Kultur, Glaube und Gemeinschaft mit. Mein Interesse an diesen Themen begann schon in meiner Jugend, als ich die wertvolle Rolle der Gemeinschaft in unserem Glaubensleben erkannte. Ich schreibe gerne über die Herausforderungen und Freuden, die mit dem Glauben verbunden sind, und möchte anderen helfen, ein tieferes Verständnis für die Vielfalt der christlichen Traditionen zu entwickeln. In meinen Artikeln lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich zu präsentieren. Dabei überprüfe ich meine Quellen sorgfältig und vergleiche verschiedene Perspektiven, um ein umfassendes Bild zu vermitteln. Ich bin bestrebt, aktuelle und nützliche Inhalte zu liefern, die Leser dazu anregen, über ihren eigenen Glauben nachzudenken und in Gemeinschaft zu wachsen.

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